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“Eine Bibliothek macht es möglich, daß einer den Marx sucht, den Schopenhauer findet und die Bibel entleiht.” (Quelle)
Ernst R. Hauschka (*1926 – )
(Aphoristiker & Bibliothekar)
Mit einem bestimmten Artikel übersetzte Swetlana Geier Dostoevskijs Erzählung. An die ältere Übersetzung ‘Aufzeichnungen aus einem Kellerloch’ erinnert ein Artikel in der FR, der nochmals das Elend der Slavistischen Bibliotheken (hier: Frankfurt) nach der hessischen “Zusammenlegung” der Slavistik in Gießen aufgreift. Der Gedanke, dass man eine (Online-) Katalogisierung und Duplikatkontrolle, wie in dem Artikel geäußert, mit ‘ein Paar Hilfskräften’ machen könne, ist natürlich absurd.
Liebe Studierende der Informationswissenschaft in Berlin,
im Rahmen meiner Magisterarbeit mit dem Titel “Wissenschaftsbezogene Online Communities: Analyse, Konzeption und Realisierungsperspektiven einer Online Community für den Hochschulverband Informationswissenschaft” führe ich eine (anonym gehaltene) Befragung zur Identifikation der Bedürfnisse potentieller Community-Mitglieder durch.
Mit eurer Teilnahme könnt ihr nicht nur zum Gelingen meiner Arbeit beitragen, sondern durch eure Meinungen und Anregungen die Gestaltung der Community mit beeinflussen.
Die Befragung findet ihr unter:
Sie sollte nicht mehr als 5 Minuten euer Zeit in Anspruch nehmen, ist also wirklich kurz gehalten!
Bei Rückfragen schreibt mir gerne eine Nachricht oder hinterlasst Kommentare zu diesem Blogpost.
Viele Grüße aus Hildesheim,
Stefan
Für das Leibniz‐Institut „Deutsches Rheuma‐Forschungszentrum Berlin“ wird eine studentische Hilfskraft zum nächstmöglichen Zeitpunkt (60–80 Stunden/Monat) für die folgenden Augfgabenfelder gesucht: Durchsicht von Dokumentationsunterlagen auf Vollständigkeit und Plausibilität, Nachfragen bei Ärzten per Fax und Telefon, telefonische und schriftliche Erinnerung an die Einhaltung von Messzeitpunkten, Erstellen und Versand von Studienunterlagen, Ablage von Schriftverkehr und Fragebögen sowie weitere allgemeine Büroarbeiten. Bewerbungsschluss ist der 31.07.2009. Die Stellenausschreibung gibt es hier.
Wie Peter Suber bekannt gab, sieht er sich ab sofort nicht mehr in der Lage, jeden Tag für einen umfassenden Überblick über Open-Access-Aktivitäten auf der ganzen Welt zu sorgen. In seinen eigenen Worten:
Today I step back from systematic daily blogging in order to free up time for my new position at the Berkman Center.
The blog itself will continue and Gavin will continue at something like his current pace. I will continue my daily crawl for OA-related news. I’ll continue to tag what I find for the OA tracking project (OATP). I’ll continue to write the monthly SPARC Open Access Newsletter (SOAN). I’ll continue to work full-time for OA.
I’ll even continue to blog, though only sporadically. Open Access News (OAN) will be smaller and more selective than in the past. I cannot assure you that the news it covers will be the most important subset. (That presupposes that Gavin and I will be on top of all new developments and in a position to pick the most important.) I’ll blog what I notice, what moves me, and what I have time for, with the accent on the third criterion. It should be a eclectic bunch. I know that I’ll notice a lot of important news, thanks to OATP, and I know that I’ll be moved to blog a lot of it. But because of my new projects, even the most important news will be important news that I only have time to tag, not to blog.
Es ist nicht übertrieben, wenn man Peter Suber als eine der treibenden Kräfte hinter der gesamten Open-Access-Bewegung sieht. Bleibt also nur eines zu sagen:
Thanks a lot, Peter, for years of excellent work and loads of information for all those who are interested in open access!
[via Archivalia]
Wieder mal ein gelungenes Projekt von Berliner FaMis, diesmal von der FU Berlin. Die 6 Auszubildenden haben eine Website mit dem Namen PSCHHHHHHHHHHT zusammengestellt, die sich mit dem Berufsbild - und auch einigen Vorurteilen die Institution Bibliothek betreffend - beschäftigt.
Ausserdem gibt es eine Typologie von NutzerInnen und Bibliothekarinnen, eine Bastelecke, eine Literaturlist und sogar einen Psychotest. Sehr schön!!
Das andere gelungene FaMi-Projekt wurde im Rahmen des Berufsschulunterrichts am Oberstufenzentrum für Bürowirtschaft und Verwaltung in Lichterfelde Süd
erstellt und nennt sich Berlin’s Secret Libraries. Gute Idee und pfiffig umgesetzt.
Die Adresse dieser Website sagt eigentlich schon alles über den Inhalt: www.hatmeinabgeordneterfuernetzsperrengestimmt.de.
Man kann dort nach Namen, Parteien, Bundesländern und Votum sortieren lassen, den einen oder die andere wird es sicher interessieren….
Wissenschafts- und Informationsfreiheit
Wissensorganisation und Verantwortlichkeit im Internet aus Sicht von Bibliotheken, Verlagen , Archiven und Universitäten
(tags: LIS Urheberrecht 2009 kongress 07/2009 Gerald_Spindler)"In unserer Studie konnten wir zeigen, dass auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Web 2.0 zurzeit noch hauptsächlich als Recherche-Tool und damit eher passiv nutzen. Insbesondere die Online-Enzyklopädie Wikipedia wird dabei von der großen Mehrheit der Befragten sehr regelmäßig und intensiv genutzt."
"Interessant ist ein Vergleich unserer Ergebnisse, mit anderen Studien, die die Nutzung von Web 2.0-Tools untersuchen."
"Die zumindest passive Nutzung des Web 2.0 ist bei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgeprägter als bei anderen Teilen der Bevölkerung. Gleichzeitig besteht, was die aktive Nutzung des Web 2.0 noch Entwicklungspotential. Die Chancen und Möglichkeiten, die Angebote und Dienste des Web 2.0 bieten sind noch nicht ausgeschöpft."
How many people really do bother to type URLs these days?
Just wondering."
(tags: URL Fragen Bedeutung 07/2009 2009)
Was für eine wunderbare Idee: The Museum of Forgotten Art Supplies. Vom Zirkelkasten, über die Zeichenbürste hin zu einem Original IBM Flowchart Template. Erinnert mich an meinen Informatik-Unterricht in der Schule, wo wir Programm-Ablaufpläne mit so einem Teil auf Papier gebracht hatten. Unbedingt mal reinschauen ins Museum der vergessenen Kunsthilfsmittel.
[via Boing Boing]
© Markus Trapp for Text & Blog, 2009. |
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del.icio.us
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Bei der Entwicklung des KUG ist - analog zur Vernetzung gleichgesinnter Nutzer im Web 2.0 - die Vernetzung der Titel im Katalog eines unserer Hauptziele.
Nachdem ein Nutzer durch seine Suchanfrage bei einem passenden Titel gelandet ist, kann er sich von dort durch Empfehlungen, Literaturlisten, Tags, Personen, Schlagworte, Systematiken usw. thematisch treiben lassen und so auf andere interessante Titel stoßen - frei nach dem beluga-Zitat: Ich möchte auch finden, was ich gar nicht gesucht habe.
Eine zentrale Rolle nimmt hier die Systematisierung der Titel ein - sowohl um andere Titel eines Themengebiets zu finden, als auch zur Bereitstellung eines hierarchischen Browsings über Themengebiete.
Gerade im KUG mit seinen vielen teilnehmenden Instituten hat sich das jedoch als ein Problem herausgestellt, denn nur ein Bruchteil der Institute systematisiert überhaupt ihre Titel. Dazu kommt dann noch ein genereller Nachteil an Systematiken: Es gibt so viele davon - und diese finden tatsächlich bei den wenigen systematisierenden Katalogen im KUG auch Anwendung.
Die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln (USB) verwendet z.B. die Basisklassifikation BK, das eine Institut die DDC, das andere die RVK, wieder eines eine fachspezifische Klassifikation aus Saarbrücken. Selbstverständlich wird dadurch eine katalogübergreifende Einheitlichkeit, vor allem auch im Interesse der Nutzer, nicht gerade gefördert. Aus meiner Sicht sollte das aber gerade ein zentrales Ziel für einen Katalog höherer Zählung sein.
Für die Vereinheitlichung haben wir uns für den KUG erst einmal auf die Basisklassifikation BK geeinigt - nicht zuletzt weil der große USB-Katalog sofort als Fremddatenquelle genutzt werden kann - und reichern über unsere zentrale Anreicherungsdatenbank alle Kataloge im KUG automatisch damit an. Das Schöne an der BK ist, dass
Als allgemeine Voraussetzungen für den Einsatz einer Systematik für einen Katalog 2.0 sehe ich nach den Erfahrungen im praktischen Einsatz mit der BK beim KUG:
Die aber wirklich zentrale Grundvoraussetzung für den Einsatz ist jedoch die vollkommen freie Nutzung der Systematik (genauer: free as in free speech and not free beer). Es macht z.B. keinen Sinn Open Access zu fordern und bei der Erfassung eines Open Access-Werkes dann aber eine proprietäre Systematik zu verwenden, bei der irgendwelche Nutzungsmöglichkeiten erst lizensiert (und bezahlt) werden müssen - wenn sie nicht sowiso grundsätzlich verboten sind.
Gerade hier hat sich im KUG dann auch ein großes praktisches Problem im Einsatz der DDC herausgestellt.
Zwei der Institute im KUG setzen die DDC lokal ein - nur sagen dem Nutzer die Nummern leider überhaupt nichts (s.o.). Was liegt also näher als bei den Katalogaufnahmen, Quantitäts-Aufschlüsselungen in Wortwolken usw. zusätzlich die textlichen Beschreibungen mit auszugeben - sie vielleicht sogar für die Recherche auch noch zu indexieren. Bei der BK machen wir das, technisch ist das also kein Problem.
Hier kommt nun aber leider der proprietäre Charakter der DDC zum Tragen, der eine vollständige Verwendung der Beschreibungen nicht erlaubt. Maximal die ersten drei Stellen sollen möglich sein. Vor dem Hintergrund, dass die DDC in ihren Toplevel-Kategorien jedoch nur den Wissensstand des 19. Jahrhunderts widerspiegelt - unsere beiden Institute aber im Bereich Informationstechnologie angesiedelt sind und die DDC-Kodierungen dieser Themengebiete dementsprechend lang sind - dürfen wir die Beschreibungen also erst gar nicht ausgeben. Viele sehen daher die DDC als “no go” an und suchen nach Alternativen.
Ein interessanter Vorstoß ist in diesem Zusammenhang die Open Shelves Classification (OSC), die auf einen Vorschlag von Tim Spalding zurück geht - auch wenn der Fokus hier mehr auf öffentlichen und nicht unbedingt wissenschaftlichen Bibliotheken liegt. Auch hier war die Lizenzproblematik der DDC ein wesentlicher Ausgangsgrund. Tim Spalding’s Anwort auf einen negativen Kommentar zum o.g. OSC-Blogeintrag sagt eigentlich alles:
Mr. Ronald, I note that you omitted all mention of “free.” This is at the core of the project’s goals. I—and many others—object to public libraries being constrained by a classification system that is (1) copyrighted, (2) trademarked, (3) licensed, (4) expensive. You cannot with safety make changes to DDC and circulate them around to other interested libraries—this would violate both copyright and trademark. (Some have done so, admittedly.) You cannot publish detailed schedules for your patrons to understand your system and how it maps to your books—again, copyright and trademark. You can’t get a full schedule in digital form, but have to subscribe to a “service” that gives it out in dribs and drabs, reinforcing your dependency. OCLC holds the reins so tightly that it famously sued a hotel that dared to number its rooms by DDC, filling them with appropriate books. They even hold trademark on Dewey’s first name.
Ebenso stellt sich natürlich auch immer die Frage, in wieweit sich lokale Themengebiete in anglo-amerikanischen Systematiken wiederfinden - ansonsten wird in wissenschaftlichen Bibliotheken dort vor dem Hintergrund der Aufstellung überwiegend die Library of Congress Classification (LCC) verwendet. Die LCC wiederum ist in ihrer Nutzung wirklich frei, also potentiell auch ein geeigneter Kandidat.
Aber warum unbedingt in die Ferne schweifen? Auch im deutschsprachigen Raum gibt es mit der Basisklassifikation BK (verwendet im GBV, ursprünglich aus den Niederlanden) und der Regensburger Verbundklassifikation RVK (verwendet im BVB) geeignete Systematiken. Bei der BK hat man zwei Hierarchieebenen, wobei in der ersten Ebene mehr Gebiete als in der RVK zu finden sind, sich diese auch nochmal in 5 Gruppen zusammenfassen lassen. Dafür hat die RVK mit ihren Haupt-, Unter- und Feingruppen gleich drei Hierarchieebenen, zu denen dann u.a. noch eine Verschlüsselung des Autorennamens kommt.
Weder die BK noch die RVK muss lizensiert werden, anders als die DDC, und beide erfüllen damit die von mir geforderte zentrale Grundvoraussetzung für einen Einsatz. Es wäre zu begrüßen, wenn beide Klassifikationen gerade im Bereich Katalog 2.0 vermehrt eingesetzt werden - und sich auch aktiv dafür positionieren. Bei einer internationalen Ausrichtung wäre die Auswahl an geeigneten Systematiken sicherlich eine andere und man würde sich u.a. LCC und OSC, wenn letztere denn mal fertig ist, genauer anschauen.
Die proprietäre DDC jedoch - auch wenn sie de facto die am meisten verbreitete Systemtik darstellt - ist aufgrund ihrer Lizenzproblematik nach meinem Dafürhalten nicht geeignet als thematischer Grundpfeiler für einen Katalog 2.0 - gerade weil es dort genau um eine verbesserte Usability des Katalogs geht und die Lizenzbedingungen (und etwaige Kosten) dieser massiv im Weg stehen.
Es wäre interessant zu hören, wie andere das sehen bzw. welche Schritte schon anderenorts in Richtung eines thematischen Zugangs gegangen wurden - und welche Systematiken dort Verwendung finden.
Wie Lambert Heller ankuendigt findet in Hannover am 08.07.09 das erste Planungstreffen zum Bibcamp 2010 statt. (siehe auch Bibliotheken in Hannover fuer die Details). Sollten interessierte Sponsoren hier mitlesen so koennen diese sich an mich oder auch direkt an Lambert Heller wenden. Wie jedes Jahr soll das Bibcamp als Unkonferenz offen sein und fuer alle Teilnehmer kostenlos. Motto 2010: “Wir hacken die Bibliothek!” Ich freu mich jetzt schon drauf. :) Achja wie man sicher schon vermutet hat wird 2010 das Bibcap in Hannover stattfinden.
Im Rahmen der Vorlesungsreihe “Osteuropa im Umbruch”, die von Prof. Dr. Gabriele Abels, Institut fur Politikwissenschaft, Universitat Tübingen und Dr. Karlheinz Dürr, Fachbereich Europa der Landeszentrale fur politische Bildung Baden-Württemberg in Kooperation organisiert wird, findet heute der folgende Vortrag statt:
Mi 01.07.2009
Versorgungssicherheit mit oder gegen Russland? Osteuropa und die Energiepolitik der EU
Dr. Oliver Geden
Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin
Raum: Hörsaal 1, Neue Aula, Universität Tübingen, Wilhelmstr. 7, 72074 Tübingen
Zeit: Mittwoch, 18-20 h
Ich freue mich heute erfahren zu haben das der Berliner Bibliothek 2.0 Stammtisch durch die Zukunftswerkstatt weitergefuehrt wird und es nicht bei dem letztem bleibt. Termin und Ortsabsprachen wird es daher im Blog der Zukunftswerkstatt geben. Ich freue mich immer wenn Intiativen nicht versanden, sondern von anderen fortgefuert werden. Ich bin gespannt auf Berichte und hoffe auch mal irgentwann zu einem Stammtisch in Berlin zu sein um moeglichst viele Bekannte zu treffen.
… brachte die Süddeutsche Zeitung letzte Woche ein Interview mit der Leiterin der IJB, Frau Raabe, in dem es über Geschichte und Zukunft der Bibliothek geht.
Mitte Juni startete die längste Vorlesestaffel der Welt, vgl. den Artikel im buchreport. 100 Tage lang wird aus einem Buch vorgeslesen. Die Kinderbibliothek in Oberhausen ist am 18. September dran, meldet der Westen.
Die Spezialbibliothek der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung gilt als bundesweit einmalig. Die rund 13.000 Fachbände umfassende Sammlung hat die Lebenshilfe nun der Universität Marburg übergeben.
[via kobinet-nachrichten.org]
Wer nächste Woche am Donnerstag in der Universitätsstadt Gießen ist und sich für die Urheberrechtsdebatte ähnlich zu begeistern vermag, wie weite Teile der Blogosphäre, sollte sich unbedingt in den Magarete-Bieber-Saal des dortigen “Zentrum für Medien und Interaktivität” begeben.
Dort gibt es nämlich eine Diskussionrunde zu der klassischen Fragestellung “Wem gehört das Wissen?” Eingeladen sind recht hochkarätige Diskutanten, wie z.B. Roland Reuß, Christoph Bläsi, Till Kreutzer und auch Wolfgang Coy, der gestern bei den Multimediatagen des CMS eine sehr deutliche Anmerkung zum Heidelberger Appell und auch Volker Gerhardts Überlegungen zum Open Access (vgl. dazu auch hier) beisteuerte.
Die Pressemeldung kündigt eine Übertragung im Internet an. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden sich hier: Wem gehört das Wissen?
Für viele Bibliotheksnutzer in der Region bricht ab heute ein neues Zeitalter an. Neun Bibliotheken haben sich im Verbund zur Online-Bibliothek Heilbronn-Franken zusammengeschlossen. Über das gemeinsame Download-Portal www.onlinebibliothek-hn.de sind zum Start rund 1500 Medien verfügbar
[via stimme.de]
In einem Übersichtsaufsatz in der Verwaltungsrundschau informiert Stefan J. Pennartz über die Bedeutung von §§ 52a, 52b und 53a UrhG für Hochschulbibliotheken.
Es wird ein allgemeiner Überblick gegeben. Pennartz, ein Münchener Anwalt und Professor an der Fachhochschule für Ökonomie und Management, sympathisiert mit den Zielen des Aktionsbündnisses "Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft".
Bemerkenswert ist die Einschätzung des Autors, dass eine mögliche Entfristung von § 52a UrhG im Ergebnis wohl davon abhängen wird, dass eine Vergütungsregelung getroffen wird.
Pennartz sieht in exklusiven Verwertungsrechten von Verlagen die Kernaufgabe der Hochschulbibliotheken gefährdet.
§ 52b UrhG wird als praxisfremd bezeichnet. Pennartz kritisiert, dass hier bloßes Lesen vergütungspflichtig wird. Der einzige Vorteil von § 52b UrhG sei darin zu sehen, dass Bücher nicht mehr "in Bestandsbibliotheken von Lehrstühlen und/oder durch Verstecken von wettbewerbsorientierten Kommilitonen unauffindbar gemacht werden." (S. 167)
Offen ist für Pennartz die Frage, ob Leseplatzkopien auf einen USB-Stick gezogen werden dürfen.
Beim elektronische Kopienversand kritisiert der Autor, dass das Risiko nicht zulässiger Übermittlung per eMail wohl bei den Bibliotheken liegt.
Und er wird deutlich: "Es zeigt sich auch hier wiederum, dass die Interessen der Verlage an der eigenen Online-Verwertung dem öffentlichen Informationsinteresse im Bereich von Wissenschaft und Forschung vorgezogen wurden." (S. 167)
Pennartz setzt sich mit Pflüger/Heeg (ZUM 2008, S. 649-656 / Hier im Blog. für eine pauschale Vergütung bei den neuen Schranken ein, da ein Kosten- und Bürokratiezuwachs durch Einzelabrechnung der Wissensgesellschaft nicht förderlich sei.
Dem Fazit ist nichts hinzuzufügen:
"Abschließend kann festgestellt werden, dass die digitalen Nutzungen zu Zwecken von Lehre und Forschung derzeit unbefriedigend und für die Beteiligten sehr unübersichtlich geregelt sind. Es stellt sich sogar die Frage, ob die Ausnutzung des gesetzlich zulässigen Rahmens für die Beteiligten zu riskant ist oder zumindest einer spezialisierten Rechtsberatung bedarf." S. 168
Quelle: Stefan J. Pennartz, Digitaler Zugang zu Wissen und Information durch die Hochschulbibliotheken und das Urheberrechtsgesetz, in: Verwaltungsrundschau 2009, H. 5, S. 166-168.
!!!
In einer gemeinsamen Erklärung rufen die International Federation of Library Associations (IFLA) und die International Publishers Association (IPA) zu einer sachlicheren, mehr auf Fakten gestützten Debatte um Open Access auf. Sie betonen die Wichtigkeit des Themas und die Möglichkeiten von Open Access für die Kommunikation in der Wissenschaft.
(tags: Wissenschaftskommunikation Open_Access Erklärung Bibliothek Verlag IFLA IPA)
Ein wichtiger Meilenstein zum Neubau des Ersatzgebäudes für die Uni-Bibliothek am Essener Campus der Universität Duisburg-Essen (UDE) und zur Errichtung eines sogenannten Rotationsgebäudes für Lehre und Forschung als “neues Gesicht zur Stadt” ist erreicht: Sieger des Architektenwettbewerbes für die Realisierung ist das Architekturbüro KSP Engel und Zimmermann GmbH aus Köln.
[via presseportal.de]
Die Uni Duisburg-Essen beschäftigt einen Studenten als Büchersucher, wie der Online-Spiegel berichtet. Das Problem ist vermutlich in allen Bibliotheken bekannt … und auch bei uns in der UB Lüneburg waren es zu meiner Zeit überwiegend BWL-Bücher.
Seit gestern steht unter dem Titel „Bibliothek 2.009″ ein kostenloser Onlinekurs zur Verfügung. Er vermittelt die immer wichtiger werdenden Web 2.0-Kompetenz.
Zitat aus der Beschreibung:
Bibliothek 2.009 ist ein Online-Lernprogramm, das BibliotheksmitarbeiterInnen ermuntern soll, mehr über die Techniken des Internets zu lernen, die die Art verändern, in der Menschen, die Gesellschaft und Bibliotheken Zugriff auf Informationen haben und miteinander kommunizieren.
Dieser Kurs enthält einzelne Lektionen mit praxisbezogenen Übungen, die helfen sollen, sich mit Bloggen, RSS Feeds, Tagging, Wikis, Podcasts, Online-Anwendungen und Video- und Fotohostingseiten vertraut zu machen.
Natürlich sind auch NichtbibliothekarInnen herzlich eingeladen!
Das Bibliotheksportal weist auf den Artikel von Frank Simon-Ritz im aktuellen Heft von Politik und Kultur (S. 6) hin, in welchem dieser eine doch recht vernichtende Bilanz zieht, es habe keine Wirkung gezeigt.
Eine wichtige Lehre für vergleichbare Initiativen in anderen Bundesländern besteht darin, dass ein Gesetz, das den Bibliotheken und
der Lesekultur wirklich helfen soll, über das Thüringer Gesetz deutlich hinausgehen muss.
Der Unispiegel portraitiert den Job eines Büchersuchers im Magazin der UB Uni Duisburg-Essen.


Helmuth Schulze-Fielitz untersucht in der Zeitschrift "Die Verwaltung" Inhalt, Form und Rezeption von 12 im Jahre 1997 erschienenen öffentlich-rechtlichen Habilitationsschriften.
Ein lesenswerter und nachdenklicher Beitrag. Schulze-Fielitz hält das zweite Buch als Ausweis der sozialen bzw. charakterlichen Eignung für ein Akademikerleben für sinnvoll. Etwas böse sind seine Hinweise zum Umfang von Habilitationsschriften, wenngleich zu beachten ist, dass etliche Themen eben einen umfangreichen Diskussionsstand haben, der aufzuarbeiten ist.
Sehr klug ist daher der Rat, dass die Arbeit nicht vom "Sammeln und Jagen" zur sehr Zeugnis geben soll. Man müsse, so Schulze-Fielitz, ältere Arbeiten und Diskussionen durch Vergessen hinter sich lassen.
Zum Sprachgebrauch wird richtig angemerkt, dass ein Stil, der das Gewicht der Argumentation durch Geschraubtheit oder unbefangenen Fremdwortgebrauch zu unterstreichen sucht, bedenklich ist.
Spannend sind die Hinweise zur Rezeption der Habilitationsschriften. Oft erfahren sie - wohl umfangsbedingt - nur wenige Rezensionen. Auch die Zitationsrate ist nicht immer befriedigend. Nützlich sind hier griffige Titel und maßvolle Selbstzitate, um das Buch im Diskurs zu halten: "Jedenfalls dürfte es heute kaum der Rezeptionsgeschichte einer Monographie dienen, wenn man sie literarisch sich selbst überläßt, ohne ihren Inhalt in einschlägigen Diskussionszusammenhängen später erneut zur Geltung zu bringen ..." S. 289.
Die Diskrepanz von wissenschaftlichem Aufwand und wissenschaftlicher Rezeption erzeugt Unbehagen.
Schulze-Fielitz kritisiert noch die Fehlerhaftigkeit von Texten, etwa in der Gestaltung von Fußnoten, Verweisen und Literaturverzeichnissen. Dass wir es hier mit oft sehr teuren Verlagsprodukten zu tun haben, sei einfach einmal angemerkt. Verlage, so sagen sie, bürgen doch gerade in formaler Hinsicht für eine besondere Qualität der Texte. Habeant sibi!
Am Ende sieht Schulze-Fielitz eine Funktion der Habilitationsschriften darin, eine gewisse Kohärenz im Fach herzustellen, die auch durch die Übernahme und Erfüllung (dies wird besonders betont!) von Rezensionen durch die schon bestallten Fachvertreter zu leisten ist.
Bei aller Kritik im Detail ist für Schulze-Fielitz das zweite Buch ein wichtiger Bestandteil der Wissenschaftskultur.
Anmerken möchte man, dass die gegenwärtigen Möglichkeiten von hybridem Publizieren und Open Access eine Rezeption der Texte ungemein fördern können.
Hier gibt es ein Beispiel:
Bernhard W. Wegener: Der geheime Staat : Arkantradition und Informationsfreiheitsrecht, 2006
Link zum Volltext.
Quelle: Helmuth Schulze-Fielitz, Die öffentlich-rechtliche Habilitationsschrift, in: Die Verwaltung 42 (2009), H. 2, S. [263]-290.
Gastvortrag im Rahmen der Vorlesung “Deutschland/EU in der internationalen Politik” von Staatsminister im Auswärtigen Amt, Dr. h.c. Gernot Erler, zum Thema
Deutschlands neue Rolle in der Weltpolitik.
Montag, 06.07.009, 18 h c.t. - 20 h im Audimax, Neue Aula