by
jplie
In Deutschland sind parallel zu den Sondersammelgebietsbibliotheken seit einigen Jahren die Virtuellen Fachbibliotheken am Entstehen, welche durch die DFG gefördert werden und Vascoda als Portal (bei Vascoda die untere bunte Leiste mit Titel “Fachzugänge”) thematisch geordnet erreichbar sind. Eine Virtuelle Fachbibliothek, welche als eine der ersten entstand und in der ersten Zeit unter dem Titel “peace and politics guide” erreichbar war, ist die Virtuelle Fachbibliothek Politikwissenschaft (ViFaPol). Ich möchte die ViFaPol hier eingehender zu besprechen, da die IfP-Bibliothek Kooperationspartnerin dieser Virtuellen Fachbibliothek ist. Deren Hauptseite kommt einem recht aufgeräumt entgegen mit drei Punkten und einem Suchfenster:

Ein Merkmal, welches sich auf allen Ebenen durchzieht, ist die Möglichkeit, erweiterte Informationen auf einen Klick zu bekommen. Wenn man also auf das “i” im Kästchen klickt, wird jeweils eine Erläuterung oder ein Abstract angezeigt. Auf der Hauptebene sieht das dann so aus:

Die drei Hauptpunkte der ViFaPol sind also das systematisch geordnete Internetquellenverzeichnis, das Verzeichnis von eJournals und von Fachdatenbanken. Dann folgt noch ein Suchfenster, mit dessen Hilfe man eine Metasuche über zur Zeit 22 “Datenbanken” durchführen kann,

worunter Internetquellen, Fachdatenbanken und Bibliotheksverbünde zu verstehen sind. In bester Manier kann man diese auch einzeln anwählen.
Aber gehen wir einmal eine Ebene tiefer, sehen wir uns die Systematik der Internetquellen an, welche geteilt nach Politikwissenschaft und Friedensforschung sowie nach Ressourcentypen und in einer Ländersystematik angeboten werden.

Man hat also zwei thematische, ein sachliches und ein geographisches Verzeichnis, in denen man sich weiter nach unten bewegen kann. Hier die Ansicht der Systematik Politikwissenschaft > Politische Theorie:

Wenn man beispielsweise bei “Politikwissenschaft” ein Unterverzeichnis anklickt, zum Beispiel “Internationale Politik” und dort dann auf “Internationale Konflikte”, kommt man dann auf eine Seite mit konkreten Einträgen:

Man sieht den Titel der Eintragung, bekommt ein Abstract und die Schlagwörter. Bemerkenswert finde ich die obige Navigationsleiste: Ein alphabetisches Register hilft mir, in der Ergebnismenge schnell hin- und herzuspringen. Wichtig sind auch die Reiterkarten, mit deren Hilfe man die Kategorie noch einmal nach einem ganz anderen Zuschnitt durchsuchen kann, sei es geographisch, nach Ressourcentyp oder nach Schlagwörtern geordnet. Der/die Benutzer/in kann so verschiedene Sichtweisen auf das Thema ausprobieren und kommt dadurch auch auf andere Ideen, was noch alles relevant sein könnte. Hier hilft auch die Praxis, dass auch Datenbanken und eJournals in die Systematik der Internetquellen mit eingepflegt sind, so dass das Potential elektronischer Nachweismittel, die einzelnen Einträge nach ganz verschiedenen Gesichtspunkten an unterschiedlichen Stellen präsentieren zu können, ausgeschöpft wird. - Um vollständig zu sein: Wenn man auf die einzelnen Einträge klickt, erscheint dann die ausführliche Beschreibung der Internetquelle/des eJournals/der Fachdatenbank, also z.B. dieses:

Das wäre also das Kernangebot. Beeindruckend ist auch das drumherum: Ein Suchfenster, das stets rechts oben eingeblendet, die verschiedenen Suchmöglichkeiten werden unter “Suchwerkzeuge” eingehend besprochen, ein Onlinekurs “Einführung in die sozialwissenschaftliche Fachinformationssuche” und Tipps und Tricks für die politikwissenschaftliche Recherche werden angeboten.

Ebenfalls dazu gehört ein Newsletter (auch im Archiv auf der Webseite lesbar) für die Benutzer, das Angebot eines Search-Plugins für den Firefox-Browser und die Möglichkeit für Bibliotheken, ein Suchfenster für die Schnellsuche in der ViFaPol in die eigene Homepage einzubinden, wie das zum Beispiel in der Bibliothek des Instituts fuer Politikwissenschaft angeboten wird:

Enthalten sind auch weiter gehende Kooperationsangebote für die Profession, damit die Last der Erschließung auf mehrere Schultern verteilt werden kann.
Alles in allem kann man sagen, dass die Virtuelle Fachbibliothek Politikwissenschaft hervorragend aufgestellt ist. Natürlich ist vieles “nur” bibliographisch nachgewiesen und muss eventuell per Dokumentlieferdienst Subito oder per Fernleihe geholt werden, aber es ist bei den elektronischen Medien nicht anders wie bei den Printmedien auch: Nicht alles kann lokal vorhanden sein, alles Relevante sollte aber an einer Stelle nachgewiesen werden. Man kann hoffen, dass die ViFaPol mit ihrer benutzerfreundlichen Vielfältigkeit und ihrem konzeptionellen Ansatz der Einbeziehung der Profession ein “best practice”-Beispiel für andere Virtuelle Fachbibliotheken darstellt!
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